Den Schurken aus der Tarnung holen

Davis SeedorfAllgemein, news6 Comments

Schurke getarnt

In fast allen Rollenspielen ist er der Meister der Tarnung. Der Schattentänzer, der aus dem Dunkeln angreift. Der fehlende Rüstung durch Schnelligkeit, Hinterhalt und Tücke ersetzt. Der gefürchtet und geliebt zugleich ist. Den meisten Schaden richtet er an, wenn er es schafft sich von hinten anzuschleichen um seinen Gegner dann mit kleinen präzisen Dolchstichen zu töten oder bewegungsunfähig zu machen.

Der Schurke „Unbewusstes” verhält sich in vielen Situationen ähnlich und genau das macht ihn so mächtig und einflussreich.
Die Psychologie nennt ihn “Emotionales Erfahrungsgedächtnis”.
Maja Storch hat ihn für das Züricher Ressourcenmodell liebevoll “Würmli” genannt. Wohl deshalb, weil das Würmli nicht rational entscheiden kann, sondern immer spontan danach entscheidet, ob es etwas mag oder nicht mag.

Doch auch der Schurke “Unbewusstes” handelt stets spontan. Für ihn gibt es ebenfalls nur 0 oder 1, mag ich oder mag ich nicht, tot oder lebendig.

Wenn du deine täglichen Entscheidungen in Kilogramm messen würdest, so würde der Schurke von 20 Kilo Alltagsentscheidung, 19,95 Kilo tragen. Nur für den Rest lässt er dir die freie Wahl.

Deshalb finde ich ist es an der Zeit, den Meister der Tarnung aus dem Schatten zu holen und ihn zu unserem Verbündeten zu machen.
Schurke

Clker-Free-Vector-Images / pixabay

Damit das gelingt gilt es folgende Frage zu beantworten:
Warum ist uns der Schurke immer einen Schritt voraus?
Ganz einfach. Dort, wo der Verstand von uns bewusst eingesetzt wird und logisch entscheidet wie er eine Situation einschätzt, handelt der Schurke nicht nur um ein vielfaches schneller, sondern immer unbewusst. Das bedeutet, er kann innerhalb von Sekunden entscheiden ob er eine Situation mag oder nicht mag. Diese Einordnung teilt er uns über die sogenannten “somatischen Marker” mit.

Somatische Marker können sowohl positive Signale aus unserem emotionalen Erfahrungsgedächtnis sein, als auch negative.
Ein positiver somatischer Marker könnte zum Beispiel das allseits bekannte “Kribbeln im Bauch” sein. Während”Der Kloß im Hals” wohl eher als negativer Marker wahrgenommen werden wird.
Wann, welche, wie und ob wir all diese somatischen Marker wahrnehmen ist ganz individuell und verschieden.

Stell dir vor du bist als Handwerker von deinem Freund, nennen wir ihn Horst, beauftragt worden ihm eine Gartenhütte zu entwerfen und zu bauen.
Mit Feuereifer hast Du Dich an die Arbeit gemacht. Du hast Pläne gezeichnet, Angebote für Material eingeholt, Berechnungen gemacht und viel Zeit investiert. Einen Tag bevor Du Dich mit ihm zur Besprechung der Ergebnisse treffen willst, erzählt Dir ein anderer Freund, dass er Horst gerade in einem Gartenbauunternehmen getroffen hat und dass er sich dort Angebote über diverse Gartenhäuser eingeholt hat.
Wumm..

..noch bevor du mit dem Verstand reagieren kannst wartet der Schurke bereits im Schatten, schnellt blitzschnell hervor und sendet dir Signale in Form von Gefühlen und Emotionen.
Und innerhalb von Sekunden hast Du vielleicht schon einen “Kloß im Hals” oder “Nacken” oder reagierst sonst wie auf diese Nachricht.
Bedeutet, der Schurke “Unbewusstes” reagiert um ein vielfaches schneller als dein Verstand. Er schlägt Alarm bevor du auch nur Ansatzweise rationale Überlegungen anstellen kannst.
Denn wer sagt dir denn, dass Horst sich so sehr über deine Hilfe gefreut hat, das er unbedingt wissen wollte wie viel Geld er durch dich sparen wird, weil er nicht eines von diesen überteuerten Häuschen kaufen muss?

An dieser Stelle höre ich jetzt häufig “Pah, ich habe ja einen freien Willen und bin ebenfalls klug genug, den Schurken zu enttarnen und ihn ggf. an die Kette zu legen”
Leider muss ich dich da enttäuschen.
Kennst du nicht auch viele Situationen aus und in deinem Leben, in denen du zwar gute Vorsätze gefasst, diese aber aus dir bis heute unerklärlichen Gründen nie in die Tat umgesetzt hast?
Das bedeutet, dass es nicht reicht mit reiner Willenskraft zu versuchen den Schurken zu kontrollieren. Seine Impulse, seine Emotionen und seine Gefühle sind um ein vielfaches stärker und machtvoller als deine Willenskraft. Und er ist knallhart in der Beurteilung von Situationen. Er ist ein Kämpfer. Immerhin verfügt er über jahrelange Erfahrung und weiß sofort ob sich etwas gut oder schlecht anfühlt. Fast so als würdest du die Hand auf ein Grillrost legen…innerhalb von Sekunden weißt Du ob es kalt oder heiß ist.

Deshalb ist es immer leichter nicht mit Willenskraft gegen den Schurken zu arbeiten, sondern mit Selbstmanagement den Schurken aus der Tarnung zu holen. Ihn sozusagen mit einzubeziehen damit auch er mit dem zufrieden ist, was du dir überlegt hast. Überlisten oder bekämpfen kann man ihn eh nicht.
Um den Schurken also aus der Tarnung zu holen, müssen wir ihn also dazu bringen, das er mag was wir wollen.

Doch wie gelingt uns das?

Ich sage, es braucht ein sogenanntes “Haltungsziel”. Ein Ziel, welches eine tiefe innere Haltung formuliert. Ein Ziel, welches mit einem positiven Gefühl oder Affekt verbunden ist.
Eines, welches den Schurken aus dem Schatten lockt, ihn aus seiner Tarnung holt, weil es so verheißungsvoll und schön für ihn klingt.
Ein Ziel, welches er stets bildhaft vor Augen hat und das nicht spezifisch, sondern allgemein und umfassend ist.
Mit einem guten Haltungsziel verändert sich auch die Kommunikation zu deinem Schurken “Unbewusstes”. Es vermittelt ihm ein positives Bild von dem was du möchtes und deshalb werden Haltungsziele häufig auch in einer blumigen bildhaften Sprache formuliert.
Ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr effektiv.

Um an dein Haltungsziel zu kommen ist es als erstes wichtig, dass du ein Bild findest das in positiver Weise mit der zu verändern wollenden Situation verbunden werden kann. Erst danach formulierst du dann eines genau zu diesem Bild passendes Haltungsziel.
Im Züricher Ressourcenmodell, welches dieser Vorgehensweise zugrunde liegt, muss ein Haltungsziel folgende Bedingungen erfüllen:

  1. Es muss positiv formuliert sein. Also ein Annäherungs- statt ein Vermeidungsziel.
  2. Es soll nicht konkret sein, eher wie ein Motto.
  3. Das Ziel muss zu 100% unter deiner Kontrolle liegen.
  4. Dein Ziel muss mit einem positiven somatischen Marker verbunden sein.

Ist das Ziel formuliert, platzierst du für den Schurken “Unbewusstes” Erinnerungshilfen im Alltag, damit er diese positiven Bilder stets vor Augen hat und somit ein dünnes Netz von dir zu ihm entsteht (neuronale Netze). Bedeutet, dass an bestimmten Orten Zettel, Bilder oder Gegenstände bewusst von dir hinterlegt werden.

Um das Ziel noch fühlbarer sowohl für dich, aber vor allem für deinen Schurken zu machen bedienen wir uns weiterhin einer ganz einfachen Körperarbeit.
Körperhaltungen und auch Körperbewegungen beeinflussen die Stimmung. Und das machst du dir damit ganz einfach zu nutze.
Zu dem jetzt schon fest in deinen Alltag integrierten Bild, kommt eine kleine aber passende Bewegung hinzu. Diese kannst du immer dann einsetzen, wenn du beispielsweise nicht zu Hause bist oder du das Gefühl hast, dass der Schurke versucht sich zurück zu ziehen.

Natürlich kannst du damit nicht von Mittwoch auf Donnerstag deinen Schurken “Unbewusstes” aus der Tarnung holen. Aber du kannst damit neue Verhaltensweisen trainieren, die nicht von ihm wieder sabotiert werden.
Du wirst achtsamer sein und viel schneller merken, dass hier der Schurke wieder versucht dich zu manipulieren. Du wirst deine somatischen Marker nicht nur spüren, sondern immer häufiger zu deuten wissen. Und irgendwann, ganz von allein und ohne Druck wird der Schurke seine Tarnung für diese Situation aufgeben und sich dem von dir geschaffenen positiven Bild ganz und gar hingeben.

Dann hast du es geschafft. Gratulation!

Aus persönlicher Erfahrung heraus weiß ich, dass es nicht immer leicht ist neue Verhaltensweisen in sein Leben zu integrieren. Auch mit Haltungszielen nicht.
Deshalb habe ich mir überlegt mich gemeinsam mit dir und hoffentlich vielen anderen die Lust auf einen “Schattenlauf” haben, auf den Weg zu machen.

Yeah..und deshalb bin ich gerade dabei einen Online-Kurs zu entwickeln, in dem du Schritt für Schritt und Stück für Stück von mir zur “Schattenläuferin” oder zum “Schattenläufer”gemacht wirst.
Gemeinsam, aber dennoch in deinem ganz eigenen Tempo. Jeder so wie er es braucht.
Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern es hilft durchzuhalten, das richtige Haltungsziel zu finden und zu verstehen wie dein ganz eigener Schurke “Unbewusstes” tickt.

Und damit du den Start und vor allem das Startangebot nicht verpasst, trage dich einfach unten in den Verteiler ein, so kann ich dich per Newsletter auf dem Laufenden halten.

Ich freue mich auf dich.


 

 

Davis Seedorf

Mein Name ist Davis Leandro Seedorf.
Ich bin Coach für Logotherapie und Existenzanalyse und Natur- und Wildnispädagoge.
Ich begleite Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit, mehr individueller Freiheit und mehr Mut.
Bei individuellen Veränderungsprozessen finde ich mit ihnen gemeinsam heraus, wo ihre ganz persönlichen Stärken und Fähigkeiten liegen.
Ich helfe neuen Mut zu schöpfen und wieder mehr Vertrauen in die innere und die äußere Natur zu bekommen.

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6 Comments on “Den Schurken aus der Tarnung holen”

  1. Hallo Davis,
    wow, was für ein toller Artikel. Ich kann ihn mir so richtig vorstellen, den Schurken in mir 😉
    Ich freue mich schon besonders auf das Coaching mit dir. Ich habe ja ein paar “Baustellen” bei denen mich mein Schurke immer besonders schnell und hinterhältig erwischt. Daran muss ich mit dir zusammen arbeiten.
    Danke für den Beitrag!
    Liebe Grüße
    Vanessa

  2. Hallo Davis,

    wirklich ein sehr toller Artikel. Mir gefällt auch diese etwas verspielte Art und Weise des Storytellings.

    Ich werde mir deinen Blog aufjedenfall in meine Lesezeichen aufnehmen. Ich bin gespannt was sonst noch kommt.

    Liebe Grüße
    Merlin

    1. Danke Merlin.
      Es freut mich natürlich, wenn meine Art des Storytellings gefällt.
      Freue mich auf weiteren Austausch mit Dir. Dein Blog ist jedenfalls gespeichert 😉

      Gruß
      Davis

  3. Lieber Davis,

    ein toller Artikel, ich kann mir den Schurken richtig gut vorstellen 😉 Der Online-Kurs zum Artikel wird sicher richtig gut. Viel Erfolg wünsche ich dir.

    Liebe Grüße
    Carina

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